Heiztechnik, die sich rechnet – in der Planung und über den gesamten Betrieb
Die Wahl des Heizsystems ist eine der folgenreichsten Entscheidungen im Wohnungsbauprojekt. Sie beeinflusst nicht nur die Investitionskosten, sondern bestimmt die Betriebskosten auf Jahrzehnte – und damit unmittelbar die Rendite für Investor und Betreiber.
Wir planen Heizungsanlagen für Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen und Bestandsgebäude in München und Bayern. Unser Fokus liegt auf wirtschaftlicher Dimensionierung, frühzeitiger Schnittstellenklärung und ausführungsreifen Unterlagen, die auf der Baustelle ohne Rückfragen umgesetzt werden können.
Heizungsplanung nach HOAI – von der Konzeption bis zur Abnahme
| LPH | Bezeichnung | Was wir konkret leisten |
|---|---|---|
| 1 | Grundlagenermittlung | Klärung der technischen und wirtschaftlichen Anforderungen; erste Einschätzung geeigneter Heizsysteme auf Basis von Gebäudetyp, Lage und Nutzungsanforderungen. |
| 2 | Vorplanung | Entwicklung eines Grobkonzepts mit Systemalternativen und Kostenschätzung; erste Abstimmung mit Architektur zu Technikflächen und Schachtbedarf. |
| 3 | Entwurfsplanung | Festlegung des Heizsystems, Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Auslegung der Wärmeerzeuger und Verteilsysteme, Kostenberechnung. |
| 4 | Genehmigungsplanung | Zusammenstellung der für Behördenverfahren erforderlichen Unterlagen (z. B. GEG-Nachweise, Energieausweis-Grundlagen). |
| 5 | Ausführungsplanung | Vollständige, ausführungsreife Planunterlagen: Grundrisspläne, Schemata, Strangschemata, Dimensionierungsnachweise, Materialspezifikationen. |
| 6 | Vorbereitung Vergabe | Erstellung des Leistungsverzeichnisses für Heizungsarbeiten (GAEB-Format), Mengener-mittlung, Beschreibung von Mindestanforderungen. |
| 7 | Mitwirkung Vergabe | Prüfung und Wertung der Angebote, Vergabeempfehlung, Führen des Bieterspiegels. |
| 8 | Objektüberwachung | Baubegleitung, Qualitätsprüfung, Aufmaßprüfung, Inbetriebnahmebegleitung, Abnahme der Heizungsanlage. |
| 9 | Objektbetreuung | Begleitung der Gewährleistungsphase, Mangelverfolgung, Übergabedokumentation. |
Hinweis: Wir beraten Sie gerne, welche Leistungsphasen für Ihren aktuellen Projektstand sinnvoll sind – und welche Sie eventuell intern oder durch andere Planer bereits abgedeckt haben.
Heizsysteme im Wohnungsbau – Überblick und Entscheidungshilfe
Die Wahl des richtigen Heizsystems hängt von Gebäudetyp, Energiebedarf, Fördersituation und den Betriebskostenzielen ab. Wir entwickeln keine Standardlösungen, sondern projektspezifische Systementscheidungen – auf Basis von Heizlastberechnung, Wirtschaftlichkeitsvergleich und lokalen Gegebenheiten.
Wärmepumpe (Luft/Wasser, Sole/Wasser)
Zunehmend Standardlösung im Neubau. Wirtschaftlich bei gut gedämmten Gebäuden und Flächenheizung. KfW-förderfähig, GEG-konform.
Besonders geeignet für: Neubau MFH, Effizienzhaus-Zertifizierungen, KfW-geförderte Projekte.
Fernwärme / Nahwärme
Oft wirtschaftlichste Option in verdichteten Stadtlagen, wo Fernwärmenetze verfügbar sind. Kein eigener Wärmeerzeuger, minimaler Wartungsaufwand.
Besonders geeignet für: Innenstadtlagen München und Umland, große Wohnanlagen.
Gas-Brennwert / Hybridheizung
Im Neubau durch GEG zunehmend eingeschränkt. Im Bestandsbau als Übergangslösung oder Hybrid mit Wärmepumpe weiterhin praxisrelevant.
Besonders geeignet für: Bestandssanierungen mit eingeschränkten Umbaumöglichkeiten.
Flächenheizung (Fußboden, Decke, Wand)
Ermöglicht niedrige Vorlauftemperaturen – ideal in Kombination mit Wärmepumpe. Frühzeitige Integration in den architektonischen Entwurf ist zwingend erforderlich.
Besonders geeignet für: Neubau MFH, hochwertige Ausstattung, Niedrigenergiehäuser.
GEG-Nachweis, KfW-Förderung und Effizienzhaus-Zertifizierung
Seit dem Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) gelten für neue Heizsysteme in Neubauten und bei grundlegender Sanierung verschärfte Anforderungen an erneuerbare Energien und den Primärenergiebedarf. Für Wohnungsbau-Projekte mit KfW-Förderung (Bundesförderung Effiziente Gebäude, BEG) ist die Erfüllung dieser Anforderungen gleichzeitig Voraussetzung für die Fördermittel.
Wir erstellen die erforderlichen energetischen Nachweise als Teil der Planungsleistung:
- Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 als Grundlage für Systemauslegung und Fördernachweise
- Unterstützung bei GEG-Nachweisen in Abstimmung mit dem Energieberater
- Abstimmung auf KfW-Effizienzhaus-Stufen (40, 55, 70) und BEG-Anforderungen
- Dokumentation für Fördermittelanträge: technische Anlagenbeschreibung, Leistungsdaten
Wichtig für Bauträger und Investoren:
Die Wahl des Heizsystems bestimmt, ob und in welcher Höhe KfW-Förderung für ein Projekt beantragt werden kann. Diese Entscheidung muss früh fallen – Korrekturen in der Ausführungsphase sind kostenintensiv. Wir binden die Förderlogik von Beginn an in die Systementscheidung ein.
Heizungssanierung im Bestandsbau – Planung mit Augenmaß
Die energetische Sanierung von Heizungsanlagen im Wohnungsbestand ist eine der häufigsten Aufgaben im Bereich der TGA-Fachplanung. Sie unterscheidet sich in mehreren Punkten grundlegend vom Neubau:
- Der Bestand setzt Grenzen: Schachtmaße, Deckendurchbrüche, vorhandene Leitungsführungen
- Bewohner müssen während der Sanierung versorgt bleiben – Phasenplanung ist entscheidend
- Die Wirtschaftlichkeit muss gegen die Einschränkungen des Gebäudes abgewogen werden
- Fördermöglichkeiten (KfW, BEG) sind an bestimmte Systemvoraussetzungen geknüpft
Wir beginnen Bestandsprojekte grundsätzlich mit einer strukturierten Bestandserfassung – als Grundlage für eine realistische Planung, die tatsächlich umsetzbar ist. Eine Sanierung, die auf dem Papier optimal aussieht, aber an der Bausubstanz scheitert, hilft niemandem.
Was wirtschaftliche Heizungsplanung für Ihr Projekt bedeutet
Heizungsplanung ist keine rein technische Aufgabe. Sie ist eine wirtschaftliche Weichenstellung für das gesamte Projekt. Typische Fehler in der Heizungsplanung erzeugen Kosten, die weit über die Planungskosten selbst hinausgehen:
Typische Planungsfehler
- Überdimensionierung: zu große Anlage, höhere Investitionskosten, schlechterer Wirkungsgrad im Teillastbetrieb
- Fehlende Schnittstellenklärung: Technikraum zu klein, Schächte nicht koordiniert → Nachtragskosten
- Falsches Systemkonzept: hohe Betriebskosten auf Jahrzehnte, keine Förderfähigkeit
- Zu späte GEG-Prüfung: Systemwechsel mit Planungskosten-Neustart
Unser Ansatz
- Bedarfsgerechte Auslegung auf Basis exakter Heizlastberechnung – keine pauschalen Sicherheitsaufschläge
- Frühzeitige Abstimmung mit Architektur und Tragwerk – Technikflächen und Schächte sind im Entwurf verankert
- Wirtschaftlichkeitsvergleich verschiedener Systeme inkl. Lebenszyklusbetrachtung und Förderpotenzial
- GEG-Anforderungen und KfW-Förderziele von Beginn an in die Systemauswahl integriert
Heizungsplanung für Ihr Projekt in München oder Bayern?
Sprechen Sie uns an – wir klären in einem ersten Gespräch, welches Heizsystem und welche Leistungsphasen für Ihren aktuellen Projektstand sinnvoll sind.
Häufige Fragen zur Heizungsplanung
Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermittelt den Wärmebedarf jedes Raumes eines Gebäudes als Grundlage für die Dimensionierung der Heizflächen und des Wärmeerzeugers. Sie ist für die Auslegung jedes neuen Heizsystems zwingend erforderlich – und bei fördergeförderten Projekten (KfW, BEG) Pflichtbestandteil der Antragsunterlagen. Eine Überdimensionierung ohne Heizlastberechnung ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern kann zur Ablehnung von Förderanträgen führen.
Das hängt von mehreren Faktoren ab: Neubau oder Sanierung, Gebäudegröße, Energiestandard, Lage (Fernwärme verfügbar?), Budget und Förderziele. In München und dem engeren Umland ist Fernwärme vielerorts eine wirtschaftlich attraktive Option. Im Neubau außerhalb des Fernwärmenetzes ist die Wärmepumpe mittlerweile Standardlösung, insbesondere in Kombination mit Flächenheizung und KfW-40-Standard. Wir empfehlen keine Pauschalantworten – die wirtschaftlich richtige Entscheidung ergibt sich aus einer projektspezifischen Analyse.
So früh wie möglich – idealerweise bereits in der Vorplanungsphase (LPH 2). Die Systemwahl beeinflusst Technikraumgröße, Schachtanordnung, Deckenstärken (bei Flächenheizung) und den architektonischen Entwurf. Wer die Heizungsplanung erst in LPH 5 beauftragt, zahlt häufig für Anpassungen in bereits abgestimmten Planunterlagen – oder akzeptiert Kompromisse, die das Gebäude über Jahrzehnte belasten.
Die wichtigste Förderung ist die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) über die KfW und das BAFA. Im Neubau ist der KfW-Effizienzhaus-Standard (40 oder 55) die relevante Förderschiene. Bei Sanierungen im Bestand fördert das BAFA die Einzelmaßnahme Heizungsanlage – insbesondere Wärmepumpen, Biomasse-Heizungen und Solarthermie. Die Förderbedingungen ändern sich regelmäßig. Wir beraten Sie zum Stand der Förderprogramme im Kontext Ihres konkreten Projekts.
Die Planungskosten richten sich nach Honorarzone, Leistungsumfang (welche HOAI-Phasen) und anrechenbaren Baukosten. Als grobe Orientierung: Für ein Mehrfamilienhaus mit 10–20 Wohneinheiten und vollständiger Heizungsplanung LPH 1–9 liegen die Honorare typischerweise im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich. Hinzu kommt: Eine gut geplante Heizungsanlage spart durch Nachtragsfreiheit und optimierte Systemauslegung ein Vielfaches der Planungskosten – über den Lebenszyklus des Gebäudes.
Ja. Heizungssanierung im Bestand ist ein fester Bestandteil unseres Leistungsportfolios. Wir beginnen Bestandsprojekte immer mit einer strukturierten Bestandserfassung, um realistische Planungsgrundlagen zu schaffen. Die Sanierungsplanung berücksichtigt die baulichen Gegebenheiten, die Fördersituation und – bei bewohnten Gebäuden – die Notwendigkeit eines gesicherten Heizbetriebs während der Umbauphase.
Frank Rapita — Fachplaner TGA